Reise nach Indien 2019 – Besuch bei unseren Projekten

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Im Januar 2019 war es wieder so weit: eine Reisegruppe machte sich auf den Weg nach Indien! Pater Thomas, Michael Heckel (Vorstand), Frank Juraschek und Bettina Ambrosius (Beirat) konnten sich bei der Indienreise mit 15 weiteren Reiseteilnehmern davon überzeugen, dass die Spendengelder direkt bei den Projekten ankommen und für den zugedachten Zweck verwendet wurden.

Im Kinderheim Snehalaya, dem Haus der Liebe in Pune, waren die Spendengelder ein wichtiger Baustein, mit deren Hilfe die im Februar 2018 eingeweihte Behindertenwerkstatt aufgebaut werden konnte. Die Kinder müssen nun auch nach der Schulausbildung mit Vollendung des 18. Lebensjahres nicht Snehalaya mit ungewisser Zukunft verlassen, sondern können mit einer anschließenden Ausbildung in der Werkstatt die Grundlage für das Führen eines selbstbestimmten Lebens legen. Während unserer diesjährigen Reise waren wir drei Tage im Kinderheim zu Gast. Diese Zeit nutzten wir, um uns die verschiedenen Bereiche in der neuen Behindertenwerkstatt anzuschauen. In einem großen Computerraum werden die Kinder auf die Zukunft mit der Ausbildung an Computern, die durch Firmen als Sachspenden bereitgestellt wurden, vorbereitet. Eindrucksvoll und Kern der Werkstatt sind die Bereiche in denen die Kinder die verschiedensten Artikel entsprechend ihrer Fähigkeiten herstellen, um diese dann zu verkaufen oder gegen Spende abzugeben. Hierzu gehören u. a. verschiedenste Arten und Kerzenformen, Perlenschmuck als Hals- und Armbänder, Ohrstecker, Blumen aus Seidenstrümpfen und viele andere liebevoll gestaltete Dinge. In der Kerzenwerkstatt wurde uns von den Schülern genau die Herstellung der Kerzen erklärt. Jeder der 19 Reiseteilnehmer nahm in seinem Reisegepäck 3 kg Kerzen mit nach Deutschland, um sie bei den nächsten Veranstaltungen gegen eine Spende abzugeben. Sehr eindrucksvoll war für uns bei den handwerklichen Arbeiten immer wieder, mit welcher Geduld die Kinder trotz ihrer körperlichen und geistigen Beeinträchtigung, z. B. mit Spastik in den Händen den Schmuck aus Perlen oder auch Blumen aus Seidenstrümpfen herstellten. 

In 2018 konnte die Kinderstiftung „Hoffnungsstrahl“ das Kinderheim auch beim Kauf eines geländefähigen Kompaktvan, einem TUV 300 des indischen Autoherstellers Mahindra, unterstützen, den Pater Thomas während unseres Aufenthalts segnete und den Schlüssel an die Heimleitung Father Sunny und Father Subodh übergab. Der alte Van hatte seinen Geist aufgegeben. Der Van wird für die tägliche Arbeit, z.B. um Kinder zur Therapie fahren, Einkäufe zu erledigen usw., benötigt.

Nach den informativen Tagen in Snehalaya in Pune machten wir uns auf den Weg nach Mumbai. Unser Bus bahnte sich den Weg wieder durch den dichten Verkehr und die Staus, vorbei an Armutsvierteln und Hochhäusern. „Irgendwo“ in der 18 Millionen Einwohner zählenden Großmetropole besuchten wir ein Jungen-Kinderheim für Straßenkinder und Waisen des Projekts „Day-Care-Center“ der Jan Vikas Society, das die Kinderstiftung ebenfalls unterstützt. Am letzten Tag in Mumbai besuchten wir an zwei ausgewählten Haltestellen wie auf unseren letzten Reisen das Projekt „school on wheels“. Dies ist ein Bus, der täglich an verschieden Armutsvierteln anhält, um die Kinder für ca. eine Stunde zu unterrichten, deren Eltern sich z. B. die Schulgebühren nicht leisten können. Gleichzeitig erhalten sie eine warme Mahlzeit. Auch bei diesem Projekt konnten wir eine Weiterentwicklung gegenüber dem letzten Besuch vor zwei Jahren feststellen. Jetzt empfing uns ein Großteil der Kinder in Schuluniform, d.h. dass diese Kinder in die Regelschule gehen.

Von Mumbai aus fuhren wir im Anschluss ca. vier Stunden nach Dahanu zu einem Projekt sogenannter Ureinwohner des Worli Stammes. Die Kinder führten zur Begrüßung einen ihrer traditionellen Tänze aus dieser Region auf. Vor dem Abendessen nahmen wir noch an der abendlichen kurzen Andacht teil. Danach verabschiedeten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei uns persönlich. Wir hatten noch die Möglichkeit mit einigen Jugendlichen zu sprechen, die dort im Wohnheim leben, da der Weg zur Schule für sie sonst zu weit ist. Auch dieses Projekt, das von Father Daiy geleitet wird, wird von der Kinderstiftung „Hoffnungsstrahl“ unterstützt.

Bei einem weiteren Stopp trafen wir uns mit Beteiligten, Kindern und deren Eltern eines weiteren Projekts Njanodaya „Erwachen zur Weisheit“, dass durch die Kinderstiftung über die Medical Mission Sisters gefördert wird. Hierbei werden Kinder und Jugendliche unterstützt, deren Eltern nicht für die Schulausbildung aufkommen können, da sie durch Krankheit, Unfall oder anderen Behinderungen nicht mehr arbeiten können. Durch unsere Spendengelder ist es möglich, dass auch diese Kinder zu selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen können. Positiv überrascht waren wir vom Selbstbewusstsein der Kinder und davon, dass alle älteren Jugendlichen schon genaue Vorstellungen von ihren beruflichen Zielen hatten.

Nach zwei Wochen Indien kehrten wir am 30.01.2019 glücklich, gesund und mit vielen neuen Eindrücken nach Hause. Wir konnten bei allen Projekten sehen, dass die Unterstützung der Kinderstiftung „Hoffnungsstrahl“ auch bei den Kindern ankommt. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei allen Spendern und ehrenamtlichen Helfern recht herzlich bedanken und bitten darum, die Stiftung auch weiterhin zu unterstützen. Neben den unverzichtbaren einmaligen Spenden würde die Stiftung sich besonders über noch mehr regelmäßige Dauerspender freuen, um die Projekte in Zukunft noch nachhaltiger und planbarer fördern zu können.

Vielen Dank Pater Thomas für die einmalige und erlebnisreiche Reise nach Indien, die wir für unsere Gemeindemitglieder und alle Interessierten am 24.03.19 um 19:00 Uhr in St. Hedwig, Kulmbach, noch einmal lebendig werden lassen wollen.

Bettina Ambrosius